Ersthelfer müssen keinen Schadenersatz fürchten

(Quelle: EFAS) Wer nach bestem Wissen und Gewissen Erste Hilfe leistet, muss bei Schäden weder Schadenersatzforderungen noch strafrechtliche Konsequenzen fürchten.

Darauf weist die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) in ihrer Broschüre „Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistung durch Ersthelfer“ hin.

Grundsätzlich kann ein Ersthelfer nicht zum Schadenersatz herangezogen werden – weder für Schäden an fremden Sachen noch für eine ungewollt zugefügte Körperverletzung. Er muss also weder für den Ersatz von Kleidung aufkommen, die beim Verbinden einer Wunde beschädigt oder beschmutzt wurde, noch für einen möglichen Rippenbruch bei einer Herzdruckmassage.

Im Gegenteil: Erleidet der Helfer oder die Helferin bei der Hilfe-leistung selbst einen Sach- oder Gesundheitsschaden, so kann er/sie Schadenersatz von der verletzten Person, deren Haftpflichtversicherung oder der gesetzlichen Unfallversicherung erhalten. Bei Verletzungen durch eine Erste-Hilfe-Leistung im Betrieb greift der gesetzliche Unfallversicherungs-schutz der zuständigen Berufsgenossenschaft. Wird Erste Hilfe in der Freizeit, zu Hause oder im Urlaub geleistet, steht der Ersthelfer hinsichtlich seiner Körper- und Sachschäden unter dem Schutz des örtlich zuständigen gemeindlichen Unfallversicherungsträgers. In diesen Fällen ist der Ersthelfer kraft Gesetz beitragsfrei im Rahmen der gesetzlichen Unfallversicherung gegen erlittene Personen- und Sachschäden versichert, die ihm bei der Hilfestellung widerfahren.

Die Broschüre „Rechtsfragen bei Erste-Hilfe-Leistungen durch Ersthelfer“ steht im Internet unter www.dguv.de/erstehilfe zur Verfügung. Sie kann dort als pdf-Datei heruntergeladen oder als Druckstück kostenfrei angefordert werden.

Hilfe muss jeder leisten, denn unterlassene Hilfeleistung ist strafbar. Jeder kann zumindest Hilfe herbei holen oder einen Notruf absetzen. Befürchtungen hinsichtlich Schadenersatz sind unbegründet und sollten niemanden davon abhalten, Erste Hilfe zu leisten und sich zum betrieblichen Ersthelfer ausbilden zu lassen.

Personen aus der evangelischen Kirche, die an einer aktuellen Erste-Hilfe-Aus- oder Fortbildung teilgenommen haben und sich für Ihre Kirchengemeinde oder kirchlichen Einrichtung als Ersthelfer zur Verfügung stellen, belohnt die EFAS mit einem kleinen Präsent. Senden Sie eine Kopie Ihrer Teilnahmebescheinigung an: EFAS, Otto-Brenner-Str. 9, 30159 Hannover, Fax (0511) 2796-630, E-Mail: info@efas-online.de und freuen Sie sich auf eine kleine Verbandtasche für unterwegs.